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| Photo Anna Kachkovska |
Am 11.
Oktober 2014 wurde das Opernstück „Onkel Präsident“ auch in der
Volksoper Wien präsentiert. Bevor es in Wien aufgeführt wurde, fand
seine Uraufführung erfolgreich und triumphierend im
Gärtnerplatz-Theater im Juni 2013 in München statt. Nun ist es auch
für die WienerInnen und die Touristen endlich so weit, das neue Werk
von Cerha genießen zu können.
Auch die Kulturmanagementgruppe verpasste dieses Event nicht und hatte ihre eigene kleine Prämiere - nämlich ihre offizielle erste Exkursion in die Volksoper. Kurz vor dem Beginn des Musikspiels durften wir auch ein Fachgespräch mit dem Marketing-Leiter des Hauses (Dr. Jürgen Bauer) führen. Das war nicht weniger spannend, als sich das Opernstück „Onkel Präsident“ selbst anzuschauen, stellenweise sogar mehr.
Schon während des Stücks dachte ich an die von Jürgen Bauer erwähnte Statistik bezüglich der anteilsmäßig wenigen 30 – 40-jährigen BesucherInnen: Er meinte, dass genau diese Altersgruppe der WienerInnen am meisten mit der Kindererziehung, intensiver Arbeit, Karriereplänen, usw. beschäftigt sind und deswegen erst in späteren Lebensabschnitten zu aktiven OpernbesucherInnen werden. Aber ob das der genaue Grund für das Fernbleiben der 30 – 40-jährigen ist und wer im Prinzip das Publikum der Oper bzw. Volksoper ist, ist eine gute Frage!
Teilweise schlägt Friedrich Cerha eine Antwort auf diese Frage selbst vor, zusammen mit seiner Kunstgruppe, zu der u.a. der Regisseur Josef Köpplinger, der musikalische Leiter Alfred Eschwé, der Dramaturg Christoph Wagner-Trenkewitz, der Bühnenbildner Johannes Leiacker gehören: Die Oper solle sich als Gattung ändern, wahrscheinlich auch modernisieren, entgegen dem Fakt, dass die Oper schon seit 400 Jahren unverändert überlebt!
Als Vorlage für sein Werk „Onkel Präsident“, nimmt der Komponist das Theaterstück „Eins, zwei, drei“ (1929) vom österreichisch-ungarischen Dramatiker Ferenc Molnár, das im Jahr 1961 auch durch Billy Wilders gleichnamige Komödie verfilmt wurde. Im ersten Handlungsstrang Cerhas Oper haben diese drei Werke das gleiche Leitmotiv, und zwar eine ironische Kritik der Gesellschaft, die käuflich ist, Macht demonstriert und in der gute Karrieren einen hohen Preis haben. Der zweite Handlungsstrang kann auch als Besonders bezeichnet werden, aufgrund der ironisch geübten Kritik vom Komponisten Cerha am Opernbetrieb, seinem Bedauern den KünstlerInnen gegenüber wegen der Unterjochung und seinem Bezweifeln der Sinnhaftigkeit der Oper überhaupt. Dieser Zweifel wird besonders sichtbar im Vorspiel und im Epilog seines Stücks, in welchen der Präsident eines Stahlkonzerns und der Komponist zum Beispiel über die gegenwärtige Oper als Gattung diskutieren, die kürzer werden soll, als die Opern von Wagner.
Einige
Kritiker glauben, dass der 87-jährige Friedrich Cerha mit seinem
Stück „Onkel Präsident“ einen Schritt hin zu einer
Modernisierung der Oper machte, insofern sie bei ihm humorvoll,
ironisch, kritisch, sogar selbstkritisch, und einfach komisch ist.
Andere finden, dass es sich mehr um eine Wiederbelebung des
Genres „musikalische Komödie“ oder „komische Oper“, die vor
rund hundert Jahren populär war, handelt. Die kleinere Gruppe der 20
–
40-jährigen
ZuschauerInnen war eher skeptisch als begeistert. Aber was doch sehr
interessant für mich persönlich gewesen wäre, wäre noch den Mann,
der in der Mitte der Oper kurz so laut schnarchte zu fragen, wie gut
ihm eigentlich das Stück gefallen hat ...
Interessante Links zum Thema:
http://kurier.at/kultur/buehne/onkel-praesident-diese-oper-hat-eine-zukunft/90.747.830

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