Mittwoch, 19. November 2014

Einige Anmerkungen zu den Cultural Studies

Da die Cultural Studies der Schwerpunkt meines Studiums waren, möchte ich an dieser Stelle ein paar Anmerkungen dazu anführen, um die Kurseinheit vom Freitag den 14. November zu ergänzen. Gleich vorweg: Wenn von Cultural Studies (CS) gesprochen wird, handelt es sich eben nicht um eine einfache Übersetzung des Wortes „Kulturtheorie“ ins Englische, sondern um ein bestimmtes Forschungsparadigma, das sich gleichzeitig jedoch nicht immer eindeutig und trennscharf definieren lässt – doch dazu später.

Das Projekt der CS entstand in den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in England. Ein zentraler Aspekt war die wissenschaftliche Hinwendung zur Populärkultur, damals insbesondere zu der Alltagskultur der Arbeiterklasse. Verworfen wurde somit die Vorstellung, dass mit Kultur nur die sogenannte Hochkultur der Elite verstanden werden sollte. Vielmehr ist es die Populärkultur, welche als ein ständiger und wichtiger Teil der Lebenswelt der Menschen entscheidend für deren Selbstverständnis und Identität ist, da sie eine wichtige Rolle in deren Sozialisation spielt. Die Populärkultur beeinflusst maßgeblich, wie Menschen sich selbst verstehen und ihrem Leben und der Welt Sinn geben. Kultur besteht aus Sicht der CS nicht nur aus kulturellen Produkten oder Gütern, sondern vielmehr aus gemeinsam gemachten Erfahrungen und Alltagspraktiken, durch welche Kultur ihren Ausdruck findet. Raymond Williams, einer der Gründerväter der CS, bezeichnete Kultur als „a whole way of life“ – also als gesamte Lebensweise.

In den 60er und 70er Jahren beschäftigten sich die CS vor allem mit Jugend- und Subkulturen sowie deren spezifischen Praktiken. Diese Kulturen (z.B. Punk) wurden dabei als spezifische Antworten auf den jeweiligen historischen Kontext gelesen. In ethnografischen Studien untersuchten die CS den Stil der verschiedenen Jugend- und Subkulturen, der durch bedeutungsvolle Praktiken wie etwa der Kleidung oder der Art zu Tanzen seinen Ausdruck fand. Als das Fernsehen in den 80ern immer mehr an Bedeutung gewann und zum gesellschaftlichen Leitmedium geworden war, rückten für die CS vermehrt auch Medienstudien in den Vordergrund. Die CS sehen die Rezeption von Medien dabei nicht als passiven Prozess, sondern betonen vor allem auch die Möglichkeit von kritischen Lesarten.

Die CS weisen darauf hin, dass auf dem Feld der Kultur ein „Kampf um Bedeutung“ stattfindet. Dadurch erklärt sich etwa auch der Fokus auf widerständige Subkulturen und kritische Medienrezeption. Wichtig für die CS ist aber das Untersuchen und Aufzeigen der Kräfteverhältnisse, denen dieser „Kampf um Bedeutung“ zugrunde liegt. Welchen Handlungsspielraum haben die Menschen auf dem Feld der Kultur?

Studien der CS fokussieren sich stets auf das Zusammenspiel von Kultur, Macht und Identität. Diese drei Begriffe fassen somit den wissenschaftlichen Fokus der CS zusammen. Gleichzeitig lassen sie sich, wie eingangs erwähnt, nicht eindeutig und trennscharf von anderen wissenschaftlichen Disziplinen abgrenzen. Das liegt daran, dass die CS auf eine Vielzahl von theoretischen Ansätzen und Methoden zurückgreifen und sich selbst als interdisziplinäre Herangehensweise verstehen.

Wer sich über diesen sehr (!) groben Überblick hinaus mit den CS beschäftigen will, kann sich jederzeit an mich wenden. Ich kann euch gerne jede Menge Literaturtipps geben, ein Buch leihen oder auch den einen oder anderen Text zur Verfügung stellen.

Freitag, 14. November 2014

Unsere zweite Exkursion - der Tag danach


Gestern waren wir im Stadtsaal den Mike Supancic ansehen. Und die Hoch- und Talfahrt, die der Künstler und auch seine Gitarre auf der Bühne erlebt haben, hat sich auch in meinem Befinden niedergeschlagen.

Zu aller erst einmal: Super, dass die Mariahilferstraße, oder Mahü - wie es jetzt schon so umgangssprachlich heißt - eine Fußgängerzone geworden ist! Das hat auch Caroline, unserer charmanten Betreuung im Stadtsaal gefallen - die Leute kommen nicht mit dem Auto und können somit mehr konsumieren und die Kasse des Stadtsaals ein wenig "fördern". Wunderschön auch der Stadtsaal selbst, welcher 2011 renoviert bzw. adaptiert wurde und spannenderweise noch nicht denkmalgeschützt ist. Ursprünglich ein Ballsaal eines Hotels gewesen, verströmt er noch immer das Flair der vergangenen Zeit.

(c) Roland Trabe

Caroline hat dankenswerter Weise ihre Vorgesetzten vertreten, der eine war durch einen Gips verhindert, der andere hatte keine Zeit. Sie hat jedoch nach besten Wissen und Gewissen alle Fragen zu unserer Zufriedenheit beantwortet und Einblicke über die Do`s und Dont`s bei der Künstlerbetreuung, die Mitarbeiteranzahl und - tätigkeiten im Stadtsaal oder die PR-Arbeit gegeben. Manche Fragen blieben offen, doch das Angebot, eventuelle Fragen per Mail an den Stadtsaal zu richten, wird von unserer Gruppe sicher angenommen bzw. praktiziert.

Danach hat Marlene die Führung übernommen und uns in den oberen Stock geführt, welcher eine besonders gemütliche und behagliche Atmosphäre hatte. Große Ohrensessel zum Hineinplatzieren, bunte Tischlampen oder auch die Tapete geben dem Raum ein tolles Ambiente. Beneidenswert die Künstler, die aus dem Ausland kommen und auf Wunsch in der dem Stadtsaal zugehörigen Wohnung übernachten dürfen.
Ein kleiner Kulturschock allerdings, wenn man die Toilette betritt,  rosa-grüne Sterilität der 70er blinkt einem da entgegen und ist ein starker Kontrast zu den Räumen außerhalb. Das einzige Natürliche: die frischen Blumen beim Spiegel bzw. Waschbecken.

Nach Fachgespräch und Besichtigung gönnten wir uns alle noch ein - manche auch zwei - Getränke und dann kam: Mike Supancic. Gespannt waren wir alle und lauschten aufmerksam zu. Die Begeisterung hielt sich bei den meisten jedoch in Grenzen. Teils aus Verständnisschwierigkeiten, nicht jeder kannte Hans Moser, nicht jeder verstand den Humor und die Aussprache war manchmal schlecht verständlich. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und ich freu mich schon auf meine nächsten Kabarettbesuche, wo meine Lachmuskeln vielleicht wieder ein wenig mehr strapaziert werden.

Anbei zum Abschluss des Kapitels noch ein Interview zu Mike Supancic`s neuem Programm sowie einige Kritiken der Presse
http://www.diekleinkunst.com/im-dialog-mit-2013/mike-supancic/
http://kurier.at/kultur/buehne/mike-supancic-running-schischuh-und-katzipischwegwisch/29.509.819
http://derstandard.at/1379292995526/Running-Schischuh-kurz-vor-dem-Durchbruch

Freitag, 7. November 2014

Vorinfo zu unserer 2. Exkursion: Mike Supancic

Am 13.11.2014 findet unsere 2. Exkursion statt!
Mike Supancic: Ich bin nicht allein
Und zwar geht es in den Stadtsaal zu
Mike Supancic und seinem Programm
"Ich bin nicht allein".

Gestern Abend habe ich mit Viktoria Horvat über die bevorstehende Exkursion gesprochen und Viktoria ist ganz begeistert von Mike Supancic.  Sie hat Mike Supancic bereits in einem Programm gesehen und es hat ihr sehr gut gefallen. In diesem Stück hat Mike Supancic den ÖBB-Blues vorgetragen, welcher Viktoria sehr zum Schmunzeln brachte.

Ob uns das neue Programm gefallen wird, wird sich diesen Donnerstag weisen. Vorab ein paar Informationen zum Programm sowie ein kurzer Überblick über das bisherige Schaffen von Mike Supancic.
 
Info zum Programm (Quelle: www.supancic.at): 
Die ganze Welt ist erstens himmelblau, zweitens eine Bühne, drittens voller Narren, und Mike Supancic ist der Cliniclown. Legt Eure feinste Zwangsjacke an, schnallt Euch die Hände auf den Rücken und nehmt eine doppelte Dosis vom Üblichen: Hier kommt der multiple Mike aus
der Zelle nebenan! Er hört Stimmen und tausend Melodien dirigieren ihn.
Er sieht hell und tappt im Dunkeln. Er sind viele und doch nicht allein. Begleitet von einer treuen Gefährtin, der Stromgitarre, von seinen "aberwitzigen Texten, rasanter Komik und seinem komödiantischen Talent" (Jury Begründung Salzburger Stier, 2013) wirft das neue Soloprogramm von Mike Supancic mehr Antworten auf, als es Fragen gibt.

Bringen Kupferdieb-Charly & Schrottkaiser-Kurt die ÖBB endgültig zum Entgleisen?
Gelingt der Sprung aus dem Stand in die Stratosphäre?
Stammt der Spruch „Großer Preis und kleiner Wert“ von Frank Stronach?
Setzt HC Strache die Rückkehr zur Reichsmark in der FPÖ Parteikassa durch?
Wird das alpenländische „Running-Schischuh“ ein kulinarischer Welterfolg?
Viele gingen schon über den Jordan, aber kann ein Kuckucksnest über den Supancic fliegen?
 
Bisherige Programme bzw. Preise:
Dies ist nicht das erste Programm von Mike Supancic. Er war bereits sehr fleissig und hat eine Vielzahl von Programmen geschrieben bzw. live vorgetragen sowie den einen oder anderen Preis für seine Kleinkunst ergattert. Anbei eine kleine Chronologie:
 
  • 1983-1986 Mitglied der (Schüler)Kabarettgruppe „Knüppel aus dem Sack“
  • 1987 1. Soloprogramm „Kauderwelsch“ Gewinn des Grazer Kleinkunstvogels
  • 1989 2. Programm „Kirchen, Sekten, starke Männer“
  • 1991 „Das tritte Programm“
  • 1992 4. Soloprogramm “Ein Kasperl geht wieder auf Reisen”
  • 1995 „Benefiz für mich“
  • 1997 „Durchbruch“
  • 1998-2001 Mitglied der „Langen Nacht des Kabaretts“
  • 1998 „Strenge Kammerspiele“
  • 1999 Mitwirkung bei „Schwejk“ (Regie: Leo Lukas) im Grazer Orpheum
  • 2000 8. Soloprogramm „Die große Fahrt des Zirkus Supancic“
  • 2001 Musikprogramm mit Band, Mike Supancic & Die Knechte des Lasters „Flashback Concert Tour“
  • 2003 9. Soloprogramm „Das Geheimnis von Imst“
  • 2004 10. Soloprogramm „Radio Supancic“ Mitwirkung im Film "Nacktschnecken" (Regie: Michael Glawogger)
  • 2006 11. Soloprogramm „Auslese“ (Best-of Programm) Gemeinsames Programm mit I Stangl & O. Lendl „Winnetou lebt!“
  • 2008 12. Soloprogramm „Jesus Mike Superstar“
  • 2010 13. Soloprogramm "Traumschiff Supancic"
  • 2011 Verleihung des Ybbser Spaßvogel
  • 2012  Konzertprogramm und Musik-CD "Bis dass der Stromausfall uns scheidet" mit der Band "Los  Cravallos"
  • 2013 Verleihung Salzburger Stier


Teambuilding Training in Schwaighof