Unsere letzte Exkursion führte uns in das Wien Museum am Karlsplatz. Der Weg zum Ort des Geschehens wurde von arbeitenden Menschen gesäumt, die gerade fleißig die letzten Vorbereitungen für den Kunstmarkt bzw. Christkindlmarkt am Karlplatz vorbereiteten. Leichte Enttäuschung machte sich bei dem einen oder der anderen breit, dass der Ausklang unserer Exkursion wohl doch nicht bei einem Punsch stattfinden würde...
Im Inneren des Museums begrüßte uns alsbald Fr. Bärbel Schrems, die Leiterin der
Ausstellungsproduktion und führte uns in die aktuelle Ausstellung "Wien im Ersten Weltkrieg Stadtalltag in Fotografie und Grafik". Fr. Schrems lenkte unseren Blick vor allem auf die Details der Ausstellung und erläuterte, warum das Ausstellungsdesign entsprechend gewählt wurde und was die Hintergründe bzw. die Vorarbeiten einer solchen Ausstellung bedeuten. Zum Beispiel machte sie darauf aufmerksam, dass am Beginn der Ausstellung einem noch die jubelnde Menge "entgegenkommt" und sogleich daneben, ein paar Schritte entfernt, bereits deprimierte Menschen stehen, die sich um Lebensmittel anstellen.
Diese Ambivalenz hat auch den Pressestimmen gut gefallen, z.B. der Wiener Zeitung/Zitat: „Ambivalent ist schon der Eingang zur Ausstellung: Lebensgroß wird man da von einer jubelnden Menge empfangen, doch gleich daneben stellen sich ebenso überdimensioniert die Massen um Lebensmittel an."
Neben dem Input zum Ausstellungsdesign hat Fr. Schrems auch sehr kompetent über Budgetierung und Ablauf erzählt und das Ganze noch durch zur Verfügung gestellte
Hand-outs ergänzt. Es ist schon beeindruckend, wie viel Arbeit dahintersteckt - die Planung beginnt mindestens 1-2 Jahre vor Ausstellungsbeginn, abhängig davon, wie groß die geplante Ausstellung ist.
Wie gut so eine Ausstellung ankommt, sieht man teils anhand des Feedbacks in den eigens aufgelegten Gästebüchern, welches nach Ausstellungsende analysiert wird. Ein Blick in die aktuellen Niederschriften zeigte, dass jedoch nicht nur positives vermerkt wird und auch der eine oder andere "Spaß-Kommentar" seinen Platz findet...
Wie ich selbst die Ausstellung empfand, kann ich leider gar nicht so genau sagen, da ich mehr auf den Input von Fr. Schrems konzentriert war. Das Zuhören machte mir Lust, gleich dort mitzuarbeiten...
Am Schluss gestattete Fr. Schrems uns noch, unsere Kinderseele ein wenig zu beglücken und wir durften kurz einen Sprung in die Ausstellung "Ich bin ich" / Mira Lobe und Susi Weigel - schauen. Die Ausstellung - natürlich zielgruppenorientiert ganz anders aufgebaut - bringt den jungen Besuchern bestimmt eine Menge Freude.
Nach einer Einladung von Fr. Schrems zur nächsten Preview im Feber 2015 schleusten wir uns durch die Sicherheitstüren, lösten kurz Alarm aus und starteten rasch einen kleinen "Nachtspaziergang". Gelandet sind wir letztendlich bei einem Italiener, wo wir den Abend schön ausklingen ließen. Bei Wein und Philosophie - Was ist Kunst? Eine Fortsetzung des bereits stattgefundenen Moduls, eine Lösung wurde nicht gefunden, aber vielleicht ist das ja gerade das Schöne...
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